Die besten Stoffe für Näh-Einsteigerinnen

Aktualisiert: Juli 16

Die Wahl des Stoffes ist entscheidend für das Gelingen jedes Näh-Projekts: Mit diesen Stoffen können auch Näh-Anfängerinnen rasch zum Erfolg kommen.

Der Stoff ist oft wichtiger als das empfohlene Näh-Level am Schnittmuster. Denn während mit glatten, formstabilen Stoffen auch schwierige Details schnell gelingen können, machen anspruchsvolle Stoffe selbst einfache Schnitte zum Geduldspiel.


Liberty Tana Lawn Cotton
Liberty Stoffe lassen sich hervorragend verarbeiten

Für den Einstieg ins Nähvergnügen empfehle ich Stoffe, die nicht rutschen, sich nicht ausdehnen und nicht ausfransen. Am besten sind die, die sich offenkantig verarbeiten lassen, d.h. die Nahtzugaben müssen nicht versäubert werden: Einfach die Zugaben flach auseinander bügeln und weiternähen. Das gelingt sehr gut mit leichten Baumwollstoffen wie dem Tana Lawn Cotton von Liberty oder dem Cotton Lawn von Atelier Brunette.


Damit sind die Seitenteile z.B. vom gezogenen Rock oder einem Blusenshirt wirklich schnell zusammengenäht. Die Säume lassen sich recht einfach umgeschlagen, bügeln und feststeppen. Auch mit etwas festeren Qualitäten wie diesen Ikat-Stoffen und dem neuen Gaze (links) kommt man bei Zuschnitt und Verarbeitung meist sehr gut zurecht:




Streifenjersey
Baumwolljersey ist gut geeignet für erste T-Shirts

Viele Selbernäherinnen lieben Jersey-Stoffe für ihre einfache Verarbeitung, aber diese sollten griffig und und formstabil sein und sich an den Kanten nicht zu stark aufrollen. Mein Streifenjersey aus Bio-Baumwolle oder der superweiche, dünne Tencel Modal Jersey sind sicher eine gute Wahl. Sogar der exquisite Leinenstrick lässt sich einfach flach bügeln und braucht keine Einfassung bei geraden Nähten, wie Ärmel und Seitennaht. Der große Vorteil von unversäuberten Nahtzugaben ist – neben der raschen Verarbeitung – dass sie nicht auftragen. Das ist vor allem bei schmalen Blusenärmeln oder T-Shirts und Leggings besonders schön, wenn die Kanten sauber geschnitten sind. Ausschnitt und Saum sollten aber, vor allem bei stark dehnbaren Stoffen, dennoch immer eingefasst, verstürzt oder mit Doppelnadel bzw. Zick-zack-Stich geschlossen werden. Sonst dehnen sie sich beim Anziehen oder Waschen zu sehr aus, verlieren die Form oder werden wellig.


Bei Wollwalk, Fleece und Mantelflausch können sogar die Säume einfach offen bleiben. Am besten mit dem Rollschneider eine schöne, gerade Kante schneiden und schon ist der lässige Mantel oder Jacke fertig. Offene Kanten lassen auch klassische Schnitte locker und lässig wirken.


Materialien wie Viskosekrepp oder Webware sind eher nicht für die ersten Projekte zu empfehlen. Beispielsweise können sich runde Ausschnitte sofort ausdehnen und die Schnittteile passen dann vielleicht nicht mehr exakt zusammen. Doch mit ein bisschen Geduld und ein paar Tricks gelingt beim nächsten Mal auch das!


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